Arbeit und Spiel

Oft mag ich Twitter ja wirklich gern. Heute zum Beispiel bin ich dort über einen Tweet vom betahaus gestolpert. Über ein kleines Filmchen, das verspricht, etwas einfach zu erklären und zwar nichts Geringeres als das “what you do and why“. Mir ist das nämlich oft gar nicht so klar. Das alles dann in einem 10 Minuten Film erklärt?

Genial gemacht!

Politainment als Krisenstrategie

Ihr kennt das bestimmt, Lachen hat immer auch eine befreiende Wirkung. Da hat sich was aufgestaut und mit dem kollektiven Lacher oder mit einem lauten Auflachen wird das gelockert, da kommen die Lebensgeister wieder, die Welt schaut gleich bunter aus. Wir lachen ja auch, wenn wir uns erschrecken oder sonst irgendwie Bedrohendes erleben und wer weiß, wo wir stehen würden, gäbe es keinen Villacher-Fasching mehr. Lachen ist  gesund, wird zumindest gesagt, und wenn nichts mehr zum Lachen ist, dann macht man sich halt was zum Lachen.
Das kann man momentan auf den politischen Lachbühnen im ganzen Land beobachten. Stefan Raabs Polit-Talk zeigt ja schön, wohin die Reise geht. Politainment, nennt man das ganze Theater, also eine lustige Vermischung von Politik mit der Unterhaltungskultur, ein politischer Musikantenstadel zwischen der Dauerwerbung. Hier kann man Ernstes schön lächerlich und in kleinen verdaulichen Dosen aufbereiten, dann kommt das Wilde eigentlich ja gar nicht mehr so schlimm an.

Kärntner Lachnummern
In Österreich gibt es ganz im Süden eigentlich wenig zum Lachen, wie auch, wenn jahrzehntelang der Blick bei den Ortstafeln eingefroren war. Und ja klar, die These scheint zu stimmen, wenns nichts zum Lachen gibt, dann muss man halt selber etwas Lustiges machen. So verkommt Politik zunehmend nicht nur zur Lachnummer, sondern inszeniert feucht fröhliche Politik-Auftritte, die zunehmend von Dauerfaschingssendungen nicht mehr zu unterscheiden sind.
Da wird dann über ein paar Millionen dort oder über ein paar Zuwendungen da herrenhaft gewitzelt, so als wäre eh alles nur eine einzige Kabarett-Nummer und so, als ginge es nur um die Qualität der Inszenierung einer Lachnummer. Damit glauben wir dann langsam ja gar nicht mehr dran, dass politische Dinge wirklich ernst sein können. Zwei Stunden inhaltsleere Lachpolitik sind dann schnell mal gemacht, wie gestern im Villacher Congresscenter.

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Aus gelacht
Es finden sich natürlich genug Menschen, die bei diesen traurigen Lachnummern dann auch noch begeistert mit klatschen, ja klar, auch ihnen ist das Lachen lieber als der bitteren Kärntner Realität in die Augen schauen zu müssen.
Vielleicht, könnte man sagen, sind die Probleme momentan noch nicht ernst genug, und wir können uns diese Faschingsclowns als Staatskünstler eh leisten. Ich bin mir da leider nicht sicher und glaube, dass wir schnellstens nachdenken müssen, wie wir diese Clowns auf ihren Bühnen wieder los werden.

Social Media für den Sozialbereich

Langsam erobern Social Media auch den Sozial- und Bildungsbereich. Langsam. Meine Wahrnehmung ist, dass es immer noch viele Vorbehalte und wenig Lust gibt, darüber nachzudenken, wie Social Media gut in die Organisation integriert werden können. Schnell wird dann oft eine Facebook-Seite angelegt und jemand beauftragt, regelmäßig zu posten. So funktioniert es leider selten.

Social Media: Was bringts?

Diese Frage nach dem Nutzen ist natürlich die zentrale. Bringen Social Media keinen spürbaren Nutzen für die Organisationen, kann man getrost darauf verzichten. Das sollte man allerdings nicht tun, ohne sich vorher organisationsintern intensiver damit auseinander gesetzt zu haben, schließlich sind viele KundInnen und PartnerInnen schon im Social Web gelandet. Aus meiner Erfahrung hier die wichtigsten Nutzenfelder für Sozial- und Bildungseinrichtungen:

1) Darstellung im (Social) Web: Mit Social Media kann sich eine Organisation im Netz zeigen und präsent sein. Das geht einfach und ist mit relativ niedrigen Kosten verbunden, also auch für jene geeignet, die nicht mit riesigen Werbebudgets ausgestattet sind. Organisationen haben die Möglichkeit, von sich zu erzählen, Infos zu verbreiten und Menschen auf Angebote aufmerksam zu machen bzw. sie mit Anliegen zu berühren.

2) Vernetzung: Social Media unterstützen beim Vernetzen. Organisationen haben damit die Möglichkeit, ihre Netzwerke online auszubauen, mit Menschen in Kontakt zu bleiben und vor allem neue (schwache) Netzwerke zu knüpfen. Damit entsteht Stück für Stück ein Dialognetzwerk über das Infos ausgetauscht und mit dem kommuniziert werden kann. Aus meiner Erfahrung kann dadurch viel Neues entstehen. Weiterlesen

Dialogisches Nachdenken notwendig

Ihr kennt das bestimmt: Da sitzt man in einer Runde von – wie es Thomas Bernhard ausgedrückt hätte – “sogenannten ExpertInnen”. Dann wird über die neue Welt geredet, über alles, was sich momentan verändert und natürlich wird auch über Social Media philosophiert. Das beginnt meistens mit so Sätzen wie “In dynamischen Zeiten wie diesen”, oder “Die Welt hat sich gewandelt”. Ich kann diese Sätze kaum mehr hören. Wir tun grad so, als ob das vorher noch nie der Fall gewesen wäre. Dann wird schnell munter zugeschrieben, gegeneinander diskutiert, ein wenig angegeben und vor allem kaum wirklich zugehört. Es wird selten vernünftig miteinander geredet, die hoch komplexe Veränderungsdynamik gemeinsam ausgelotet. Nein, es wird eher auf Sandkastenniveau ein wenig herumgepallert bis die Augen vom vielen Sand weh tun.
Das kenn ich auch aus Lehrveranstaltungen und Seminaren. Dort krieg ich oft nach meiner Vorstellung zu hören, dass “Online-Lernen und Social Media auch nicht das Allheilmittel seien”. Das hatte ich aber bis dahin auch noch nicht behauptet. Genau diese Zuschreibungen sind es, die mir im Social Media-Bereich langsam aber sicher auf die Nerven gehen, sie bringen uns nicht weiter. Ich hab zwei praktische Lösungsansätze: Weiterlesen

Literatur für noch heißere Tage

Ich bin in der letzten Woche mit Manuel Grassler (www.wirblock.com) zusammen gesessen und wir haben über Bücher geredet, über Sommerbücher. Er hat mir dankenswerterweise seine Buch-Tipps als Blogartikel zusammengefasst. Hier ist sein Beitrag:

Der Sommer ist hier und das Klima hat sich gewandelt. Wie leicht zu bemerken ist, wechselt das Wetter in nahezu binären Schritten von Tropenhitze zu massiven Unwettern. Beides zwingt zu gewissen Entscheidungen – kühlendes Schwimmbad oder gemütliche Couch zuhause. Was liegt da näher als einen Klimawandel des Geistes herbeizuführen. Nicht binär oder digital, sondern wie in alten Zeiten auf analogem Wege. Richtig ein gutes Buch muss her. Darum gebe ich euch meine Buchtipps für alle Wetter- und Geisteslagen im Sommer bekannt.

Wettervorhersage 1: Garantiertes Unwetter im Kopf
Die Rede ist vom Buch “The Art of Non-Conformity” von Chris Guillebeau. Der Autor – selbsternannter Weltenwanderer – räumt in diesem Buch mit unserem anerzogenen Konformitätsdenken auf. Das Buch hinterfragt unsere Arbeitsgesellschaft und ermutigt dazu sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und dieses auch so zu gestalten. Chris quittierte seinen Job nach dem Credo “Dear Boss, your service is no longer needed” und entschloss sich jedes Land der Welt mindestens einmal zu bereisen. Anhand seiner Reise und seiner Erlebnisse hilft er dem Leser die Gesellschaft und ihren Status Quo zu hinterfragen und fordert die Mutigen unter uns auf die Welt zu verändern – und das mit Spass und Selbsterfüllung.  Mich hat das Buch in dem bestätigt, was ich im Innersten immer gefühlt habe. Wir leben in einem festgefahrenen System des Hamsterrads und haben nicht den Mut zu tun wovon man oft nicht zu träumen wagt. Und so erfordert dieses Buch Mut und verändert das Denken für immer. Chris zeigt auf, dass ein selbstbestimmtes Leben mit einer Bestimmung abseits von Normen und Konventionen nicht nur möglich ist – nein es ist notwendig. Weiterlesen

Literatur für heiße Tage

Es gibt so Tage, da hab ich das Bedürfnis, meinen Schreibtisch und die Bücherstapel drauf umzuordnen. Das hab ich heute gemacht. Vor kurzem ist mir ein witziges Blogpost  unter gekommen: 22 Ways to Create Compelling Content. Da findet man den einen oder anderen Tipp, wenn mal der Content nicht von selber raussprudelt.
Was hat das miteinander zu tun? Ganz einfach, beim Umsortieren der Bücher blieben zwei liegen, fantastische, gute, solche die schon zu Arbeitsbüchern geworden sind.
“Sommerlektüre” ist also mein Content, weil die Bücher wohl nicht zufällig da liegen blieben empfehle ich sie einmal ordentlich weiter:

Gunter Dueck: “Professionelle Intelligenz”
Zotig, frech und fundiert skizziert der gute Dueck mit Augenzwinkerpädagogik, was wir als Gesellschaft aber auch als Einzelpersonen hinkünftig brauchen werden. “Professionelle Intelligenz” sagt er dazu und meint damit sehr kurz gesagt jene Kompetenzen, die uns in Zeiten hoher Komplexität und Veränderung wirksam machen. Stefan Hagen hat die dueckschen Thesen auf modernes Projektmanagement umgelegt und das kürzlich in seinem PM-Blog noch einmal zusammengefasst.

Mein Tipp: Zum örtlichen Buchhandel radeln, Buch bestellen, 2 Wochen warten und dann in den Urlaub mitnehmen. Weiterlesen

Social Media-Zukunft

Über die Zukunft nachdenken und Thesen darüber aufzustellen schadet fast nie. Fordert das doch heraus, präziser und genauer über Phänomene und Entwicklungen nachzudenken. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), die Interessenvertretung für Unternehmen im Bereich interaktives Marketing, digitale Inhalte und interaktive Wertschöpfung hat das für die Zukunft von Social Media getan und im April dieses Jahres 10 Thesen zur Zukunft von Social Media formuliert. In der Kurzfassung liest sich das so:

  1. Social Media etabliert sich als Querschnittsfunktion
  2. Social Media setzt sich im Employer Branding durch
  3. Social Media findet langsam Einzug in die Produktentwicklung
  4. Social Media verändert klassische CRM-Prozesse
  5. Social Media erfordert zielgruppenspezifische Präsenzen
  6. Social Media braucht einheitliche Kennzahlen
  7. Social Media nimmt weiteren Einfluss auf Werbekampagnen
  8. Social Media wertet interne Kommunikation weiter auf
  9. Social Media verändert die Unternehmenskultur
  10. Social Media muss seine Effizienz noch stärker beweisen

Kaum verwunderlich ist die Feststellung, dass eine Professionalisierung in den Unternehmen notwendig ist, um die Potentiale von Social Media dort auch wirklich nutzen zu können. Keine Frage, schaut man sich etwas genauer in den Unternehmen um, gibts nur dünn gesät wirklich professionellen Umgang mit sozialen Medien.
Viel häufiger trifft man da noch auf “Da machen wir jetzt auch ein wenig mit, obwohls uns eh fast peinlich ist.” oder “Das machen die Jungen, so eine Art Spielerei.”. Das ist zu wenig. Da fehlt nicht nur Wissen und Commitment der Führung sondern auch die notwendige Leidenschaft.
Deshalb ist aus meiner Sicht eine stärkere Verzahnung von Organisationsentwicklung und Social Media notwendig, es braucht Know-how und entsprechende Strategien, gut definierte Prozesse und professionell agierende MitarbeiterInnen. Denn eines ist klar, Social Media greifen tief in alle unternehmensrelevanten Bereiche ein. Weiterlesen

Normdenkbetriebssystem

In letzter Zeit geistern in meinem Kopf immer öfters ein paar Gedanken herum, die ich heute einfach mal in einen Blog-Artikel zwänge:

Gehirn und Gesellschaft
Wir sind ausgestattet mit  einem Gehirn, das ziemlich alt ist. Eine Art Betriebssystem, dass alle alten Versionen gut integriert hat. Ich schrecke mich nicht selten, wenn ich ein schlangenähnliches Ding oder einen Ast auf der Straße sehe, springe mit einem lauten Schrei in die Luft, wenn sich mir beim Laufen tatsächlich dann eine harmlose Natter vor die Füße schlängelt. Das ist schon komisch irgendie, oder?
Ich kriege Aggressionen, wenn mir im Auto an der Kreuzung jemand den Vogel zeigt und hab immer wieder ziemlich Angst, neue Wege zu beschreiten. Das macht mein Betriebssystem und es ist wunderbar so, denn hätte ich dieses Gehirn nicht, wer weiß wie viele Schlangen mich schon gebissen, wie viele Autos mich überfahren oder wie viele Firmen ich in den Sand gesetzt hätte. Ganz zu schweigen von den vielen Blockhütten in irgendwelchen entlegenen Erdteilen, die unnütz herumstünden, weils mir dann doch wieder nicht so gepasst hätte. Unserem Gehirn entkommen wir nicht, vor allem nicht dem hinteren Teil davon, vorne können wir schon ein wenig herumwatscheln und das eine oder andere Bild verrücken, glauben wir zumindest.

Es wird noch komplexer: Wir sind mit diesem Gehirn hineinkonditioniert in Gesellschafts- Denk- und Glaubenssysteme, die uns ziemlich klar vorgeben, was normal ist und was von dieser Norm abweicht.
Dieses Hineinkonditionieren und Abschleifen unserer Denkstrukturen durch Entbindungs- und Erziehungsmodi, durch mahnende Eltern, hemdsärmelige Nachbarn, strenge LehrerInnen, gottesgesetzlich verankerte Priester oder großflächige Plakatwände machen uns gesellschaftstauglich. Sie impfen uns jene Imperative und Glaubenssätze ein, die dann für ein möglichst reibungsloses Funktionieren sorgen sollen. Mittig, gerade durch, ohne ein Anecken. Kommen wir aus dieser Bahn, wirds schnell einmal eng und kantig.
Alle, die von Natur aus schon ein wenig anders auf die Welt kommen, deren Körper vielleicht nicht so der Norm entsprechen, deren Denken vielleicht ein wenig anders ist, die integrieren wir, sagen wir, aber die nehmen wir in Wirklichkeit nicht für voll. Nein, die werden halt gutmütig hereingenommen in unsere Mitte, in die Norm. Weiterlesen

Crowdfunding: Human Rights Festival 2012

Ich hab hier letztens über Crowdfunding geschrieben. In der Zwischenzeit hat Christian Henner-Fehr einen sehr lesenswerten Blogeintrag “Crowdfunding: Über das Scheitern der stART12” auf seinem Blog publiziert und die Arge  versucht, das Human Rights Festival 2012 als Crowdfunding-Projekt bei mysherpas.com zu platzieren.
Mysherpas strukturiert momentan intern um und nimmt derzeit keine neuen Projekte mehr an. Das hat leider ein wenig gedauert, bis wir das erfahren haben. Gut für startnext.at, denn wir haben uns entschieden, das Festival als Crowdfunding Projekt dort zu starten.

Human Rights Festival 2012 goes startnext.at: www.startnext.at/hrf
Die Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus veranstaltet schon seit Jahren das Human Rights Festival. Immer mit großartigem Erfolg. Bis zu 800 Jugendliche werden erreicht, sie setzen sich mit den Themen der Menschenrechte in Form von Projekten und Initiativen auseinander. Wie das dann ausschaut, seht ihr hier.
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Crowdfunding: Links und Infos

In Zeiten zunehmender Budgetumwälzungen und Kürzungen ist es notwendig geworden, das eine oder andere Projekt, die eine oder andere Idee entweder einfach zu beenden und fallen zu lassen oder aber  nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau zu halten. Zweiteres bedeutet kreativ zu werden, neue Wege zu beschreiten und ungewöhnliche neue Möglichkeiten auszuloten.  Das ist kein leichtes Unterfangen, und da weiß ich, wovon ich rede.
Eine solche neue Möglichkeit ist Crowdfunding. Ein noch relativ neues und vielerorts unbekanntes Thema in Österreich, sieht man von wirklichen Pionieren wie etwa Wolfgang Gumpelmaier ab. Ich hab hier mal ein paar Infos zum Thema zusammengestellt.

Wie funktioniert Crowdfunding?
Die ganze Sache ist recht einfach erklärt: Crowdfunding (Schwarmfinanzierung) nutzt viele Menschen, die mit kleineren Beträgen eine Idee oder ein Projekt unterstützen. Man greift dabei auf die Vernetzungskraft von Online-Plattformen und Social Media zurück.
UnterstützerInnen bekommen für ihren Beitrag vorab definierte Gegenleistungen und die Plattform-Betreibenden meist einen Verwaltungsbetrag von 10%. Dabei gilt: Projekte werden nur dann finanziert, wenn die festgelegte Zielsumme erreicht wird (Alles oder Nichts-Prinzip). So schaut das dann etwa auf der Plattform mysherpas.com aus.
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